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 „Cremig“ war gestern - zum Kommunikationsstil von Robert Habeck

Auf Twitter und in den Medien begegnet einem ein Gesicht gerade immer wieder: Das von Wirtschafts- & Klimaschutzminister Robert Habeck. Unter dem Hashtag #Habeck diskutieren User/-innen in den letzten Tagen vermehrt auch über die Kommunikation des Grünen-Politikers. Deshalb haben wir unseren Journalismusprofessor Dr. Marcus Bölz um seine Meinung gebeten:

 „Klar kommt Robert Habeck sympathisch rüber. In den vergangenen Jahren haben nicht nur die politischen Redaktionen Robert Habeck und seinen Ansichten sehr viel Raum gegeben. Auch für die stets anspruchsvoll komponiert und inszeniert wirkenden Bilder am Strand, die bei Habeck nie nach Politiker mit Aktentasche sondern immer nach sinnsuchendem Freigeist mit dem großen Plan aussahen. Ein Politiker so schön wie der Norden. „Cremig“ nannte dies Auftreten sein ehemaliger politischer Kontrahent Christian Lindner einmal im direkten verbalen Schlagabtausch mit Habeck bei Anne Will. Jetzt sind die Beiden gemeinsam aufgewacht in einer Koalition, die von der Realität eines Krieges mitten in Europa überrollt wird. Das Habeck im Stile eines philosophierenden Oppositionspolitikers seine inneren Konflikte digital kommuniziert ist nett. Aber die deutsche Bevölkerung erwartet von einem Staatsmann mit Format jetzt vor allem Pragmatismus, Fokus auf die relevanten Aufgaben und Demut vor der Aufgabe. Für Sinnsuche und digitale Introspektion ist jetzt keine Zeit. Die deutsche Bevölkerung erwartet von Habeck, dass wir unabhängig von Putins Gas, Öl und Kohle werden. Jetzt zählen keine schöne Bilder und philosophische Einsichten, sondern Taten. Auch für einen Minister, den sich mach frühpensionierte Deutschlehrerin so gerne als Schwiegersohn wünschen würde. „Cremig“ war gestern. Wir wollen Taten sehen. Auch an der Zapfsäule."

Prof. Dr. Marcus Bölz
Journalismusprofessor an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM)    

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