Die Sieger des Nordrhein-Westfälischen Sportjournalistenpreises 2026 stehen fest
Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Köln hat Anfang des Jahres den Nordrhein-Westfälischen Sportjournalistenpreis ausgeschrieben – nun stehen die Sieger fest. In der Kategorie Bild & Ton konnten Benedikt Brinsa und Bernhard Dreiner mit dem Beitrag „Die Heysel-Katastrophe 1985: Zeit heilt keine Wunden“ den ersten Platz belegen, die Kategorie Text wurde von Tim Farin mit dem Artikel „Wendepunkte“ im Rennrad-Magazin Tour gewonnen. In der Kategorie Ton siegte Burkhard Hupe mit dem Beitrag „Uns Uwe: das Schönste auf der Welt ist, normal zu sein“, der auf WDR 5 zu hören war. Der Sonderpreis Breitensport, mitinitiiert vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen, geht an Stefan Merx mit seinem Artikel „Herr aller Zeiten“ im Manager Magazin.
Christoph Fischer, Vorsitzender des Verbands Westdeutscher Sportjournalisten, betonte in seiner Laudatio zum Gewinnerbeitrag über die Heysel-Katastrophe 1985, dass „dieses herausragende journalistische Stück auch vierzig Jahre nach den dramatischen Bildern von Heysel nochmals erfahrbar macht, was damals geschehen ist. Die Autoren machen nachvollziehbar, dass Zeit keine Wunden heilt, auch 40 Jahre später bleibt immer noch Fassungslosigkeit darüber, wie in einer Stadionruine 39 Menschen starben und ein Europapokalfinale trotzdem angepfiffen wurde. Eine Katastrophe, die Wochen, Monate und Jahre ein Karrierethema war und ist – und immer sind noch Fragen offen“.
Auch zu Tim Farin und seinem Beitrag über Krisen von Radsportprofis fand Fischer lobende Worte: „Erfolge wie Misserfolge gehören zum Sport, beides muss ertragen, verarbeitet und kompensiert werden. Gut, wenn handelnde Personen bereit sind, öffentlich Notsituationen zu schildern und Einblicke ins ganz Persönliche zuzulassen. Dem Autor gelingt ein Stück, das überzeugend Wendepunkte in spitzensportlichen Karrieren offenlegt.“
Sven Schlickowey vom Landessportbund NRW sagte zum Gewinn des Beitrags „Herr aller Zeiten“ von Stefan Merx: „„Der Artikel leistet, was Journalismus, zumindest jenseits des aktuellen Nachrichtengeschehens, aus meiner Sicht bestenfalls leisten kann: Er öffnet Türen, die sonst verschlossen blieben, er unterhält die Leser*innen und macht sie gleichzeitig ein kleines bisschen schlauer.“
Juror Johannes Krause zeigte sich vom Gewinnerbeitrag in der Kategorie Ton von Burkhard Hupe über Uwe Seeler begeistert: „passend zum Protagonisten ist es ein Beitrag mit viel Seele und viel Herz, der mit einer liebevoll zusammengebauten und sorgfältig getexteten Collage dem besonderen Menschen Uwe Seeler sehr gerecht wurde. Burkhard Hupe hat die besondere Fähigkeit, mit wenigen Worten viel Informationen und durch sein besonderes Sprachgefühl zusätzlich viele Emotionen und Nähe zum legendären Fußball-Idol zu vermitteln.“ Krause bezeichnete das 15-minütige Stück aus der WDR-Serie Zeitzeichen als „gelungenes Gesamtkunstwerk, das absolut zurecht in der Kategorie Ton auf den ersten Platz gewählt wurde“
„Ich freue mich auch für unsere Studierenden, dass sie in die Organisation des Sportjournalistenpreises involviert waren“, sagte Michael Groll, Professor im Fachbereich Medien der Fachhochschule des Mittelstands. „Sie unterstützten die Jury mit ihren Bewertungsvorschlägen, führten durch die Verleihungszeremonie und moderierten gekonnt das Podiumsgespräch mit den Preisträgern. So geht praxisnahes Studieren.“
Die Jury wurde in diesem Jahr gebildet von Dr. Christoph Fischer, Vorsitzender Verband Westdeutscher Sportjournalisten, Johannes Krause, WDR-Sportredaktion (ehem.), Sven Schlickowey, Leitender Redakteur LSB-Magazin Wir im Sport, Sören Oelrichs, freier Journalist (u.a. NDR), Prof. Dr. Michael Groll, Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und einer Studiengruppe des Studiengangs Sportjournalismus & Sportmarketing an der FHM.
Der Nordrhein-Westfälische Sportjournalistenpreis wurde von der Fachhochschule des Mittelstands am Campus Köln initiiert und 2019 zum ersten Mal verliehen. Kooperationspartner sind der Verband Westdeutscher Sportjournalisten und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen. Seit 2020 findet der Nordrhein-Westfälische Sportjournalistenpreis alle zwei Jahre statt.
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