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Gesundheitsgespräche 2026 - Generationen im Dialog

Das Thema Gesundheit war früher vor allem Krankenhäusern, Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen vorbehalten. Heute beeinflusst Gesundheit die Leistungsfähigkeit von Unternehmen, die Lebensqualität der Menschen und die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region. Genau hier setzt das Veranstaltungsformat „Gesundheitsgespräche 2026“ an, das nach seiner erfolgreichen Premiere bereits zum zweiten Mal stattfindet. Gemeinsam etabliert wurde die Veranstaltungsreihe von vier regionalen Kooperationspartnern: der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Waldshut, der AOK Hochrhein-Bodensee, dem Landkreis Waldshut sowie der Sparkasse Hochrhein.

Mit rund 100 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Gesundheitswesen, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis erfreute sich die Veranstaltung einer ausgesprochen positiven Resonanz. „Ziel der Gesundheitsgespräche ist es, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen, den Dialog über zentrale Zukunftsfragen unserer Region zu fördern und gemeinsam Lösungsansätze für die Arbeitswelt von morgen zu entwickeln“, so die Veranstalter.

Generationen im Dialog 

Unter dem Leitthema „Generationen im Dialog“ stand eine Fragestellung im Mittelpunkt, die Unternehmen und Organisationen aller Branchen zunehmend beschäftigt: Wie gelingt es, unterschiedliche Generationen mit ihren jeweiligen Werten, Erwartungen und Arbeitsweisen erfolgreich zusammenzuführen? Während erfahrene Mitarbeitende auf langjährige Praxis und bewährte Strukturen setzen, bringen jüngere Generationen neue Perspektiven, digitale Kompetenzen und veränderte Vorstellungen von Arbeit mit. Wo unterschiedliche Erfahrungen, Kommunikationsstile und Erwartungen aufeinandertreffen, entstehen Herausforderungen aber auch Chancen für Innovation, Zusammenarbeit und eine gesunde Unternehmenskultur.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Prof. Dr. Christopher Grieben, Wissenschaftlicher Leiter der FHM Waldshut. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung des interdisziplinären Aus-tauschs für die Bewältigung gesellschaftlicher Zukunftsfragen. Anschließend begrüßte Landrat Dr. Martin Kistler die Gäste und würdigte insbesondere die erfolgreiche Zusammenarbeit der vier Kooperationspartner. „Die Gesundheitsgespräche zeigen eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn starke Partner aus Bildung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und öffentlicher Hand gemeinsame Verantwortung übernehmen. Gesundheit ist ein gesellschaftliches Querschnittsthema und eine zentrale Zukunftsfrage für unseren Landkreis. Deshalb brauchen wir Formate, die Menschen zusammenbringen, Perspektiven verbinden und gemeinsam Lösungen entwickeln“, betonte Dr. Martin Kistler. Auch Martin Hummel, Geschäftsführer der AOK Hochrhein-Bodensee und Gastgeber der Veranstaltung, begrüßte die Teilnehmenden und unterstrich die Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung weit über das klassische Gesundheitssystem hinaus. 

Einen eindrucksvollen Einstieg in das Thema lieferte Carlo Wolf, stellvertretender Geschäftsführer von der AOK Hochrhein-Bodensee mit seiner Keynote zur Gesundheits-kompetenz der Bevölkerung. Anhand aktueller Daten zeigte er auf, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über eine unzureichende Gesundheitskompetenz verfügt. Viele Menschen hätten Schwierigkeiten, Gesundheitsinformationen richtig einzuordnen und gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das bestehende Gesundheitssystem häufig erst dann aktiv werde, wenn Krankheit bereits eingetreten sei. Diese Erkenntnis sei nicht nur eine Herausforderung für das Gesundheitswesen, sondern ebenso für Unternehmen und Arbeitgeber, die zunehmend mit den Folgen gesundheitlicher Belastungen ihrer Beschäftigten konfrontiert seien. Mit Blick auf den Gesundheitsreport für den Landkreis Waldshut wurde deutlich, dass Gesundheitsförderung künftig noch stärker als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden müsse. Im Anschluss präsentierte Dr. Yvonne Kübeck von der Fachhochschule des Mittelstands wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema „Vier Generationen & ein Arbeitsplatz: Konflikt oder Erfolgsrezept?“. Sie zeigte auf, dass viele vermeintliche Generationenkonflikte weniger auf das Alter als vielmehr auf individuelle Lebensphasen, Werte und Rahmenbedingungen zurückzuführen seien. Unternehmen, die Vielfalt bewusst gestalten und generationenübergreifende Zusammenarbeit fördern, könnten von unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Sichtweisen erheblich profitieren. 

Nach einer gemeinsamen Bewegungseinheit diskutierten Dr. Yvonne Kübeck, Prof. Dr. Oliver Kruse (Geschäftsführer FHM), Martin Hummel (AOK Hochrhein-Bodensee) sowie Unternehmer Dario Kaiser (Vizetea) im Rahmen einer Podiumsdiskussion über konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze für Unternehmen und Organisationen. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Generationen vor allem Offenheit, gegenseitiges Verständnis, eine wertschätzende Führungskultur und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen erfordert.

Lösung liegt in der Zusammenarbeit

Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten für persönlichen Austausch und Vernetzung. Zum Abschluss zog Prof. Dr. Christopher Grieben (FHM) ein positives Fazit. „Die große Resonanz zeigt, dass Gesundheit und generationenübergreifende Zusammenarbeit zentrale Zukunftsthemen unserer Gesellschaft sind. Die Lösungen liegen nicht in Einzelmaßnahmen, sondern in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure. Genau dafür schaffen die Gesundheitsgespräche eine Plattform. Unser Ziel ist es, die heute angestoßenen Diskussionen in konkrete Projekte, Netzwerke und Maßnahmen für die Region zu überführen.“

Mit den Gesundheitsgesprächen 2026 ist es den Veranstaltern gelungen, ein starkes Signal für die Region zu setzen. Das Format hat gezeigt, wie groß das Interesse an einem branchenübergreifenden Austausch zu Gesundheit, Arbeit und gesellschaftlichem Wandel ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Veranstaltung nicht als einmaliger Impuls verstanden wird. Vielmehr soll die begonnene Diskussion in Arbeitsgruppen, Netzwerken und zukünftigen Veranstaltungsformaten weitergeführt werden, um gemeinsam an den Herausforderungen und Chancen einer gesunden und zukunfts-fähigen Arbeitswelt am Hochrhein zu arbeiten.

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