FHM erstellt Nachhaltigkeitsbericht nach neuem europäischen Standard
Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) gehört zu den ersten Hochschulen, die einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem neuen europäischen VSME-Standard veröffentlicht haben. Der Berichtsrahmen wurde speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickelt und gewinnt angesichts neuer europäischer Nachhaltigkeitsanforderungen zunehmend an Bedeutung. Mit ihrem Nachhaltigkeitsbericht setzt die FHM die neuen Vorgaben bereits heute um und unterstreicht damit ihren Anspruch, Nachhaltigkeit strategisch und transparent zu gestalten.
Beim Workshop im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse beschäftigten sich Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen der Hochschule mit dem Thema Nachhaltigkeit: (v.l.) Melanie Heger, Leitung Marketing & Vertrieb, Prof. Dr. Anne Dreier, Rektorin, Prof. Dr. Metje Rocklage, Professorin für Nachhaltigkeitsberichterstattung und Verantwortliche für den Nachhaltigkeitsbericht, Elisa Goldmann, Forschungskoordinatorin Unternehmertum & Nachhaltigkeit, Prof. Dr. Volker Wittberg, Prorektor für Forschung & Internationales.
„Nachhaltigkeit ist heute eine Schlüsselkompetenz für die Fach- und Führungskräfte von morgen. Deshalb vermitteln wir sie systematisch im Rahmen eines festen Moduls in allen Studiengängen sowie in Forschung und Weiterbildung", so Prof. Dr. Anne Dreier, Rektorin der FHM.
Verantwortlich für den Nachhaltigkeitsbericht ist Prof. Dr. Metje Rocklage, wissenschaftliche Leiterin der berufsbegleitenden Weiterbildung „Nachhaltigkeitsmanager*in“ sowie des Kompaktkurses „Nachhaltigkeitsmanagement und Nachhaltigkeitsberichterstattung“. Grundlage war eine umfassende Doppelte Wesentlichkeitsanalyse. „Wir haben untersucht, welche Auswirkungen die FHM auf Umwelt und Gesellschaft hat und gleichzeitig analysiert, welche Nachhaltigkeitsthemen für die strategische Entwicklung unserer Hochschule besonders relevant sind. Dadurch entsteht ein ganzheitliches Bild unserer Verantwortung und unserer Zukunftsstrategie in diesem Bereich", so Prof. Dr. Metje Rocklage.
Die FHM versteht Nachhaltigkeit als festen Bestandteil ihres Bildungsauftrags und ihrer Hochschulentwicklung. Ziel ist es, Studierende zu befähigen, Nachhaltigkeit unabhängig vom Studiengang als selbstverständlichen Teil ihres beruflichen Handelns zu verstehen. In der Lehre ist Nachhaltigkeit deshalb für alle Studierenden fest verankert. Alle Studierenden der FHM absolvieren das Modul „Strategisches Management & nachhaltige Unternehmensführung". Damit vermittelt die FHM das Thema Nachhaltigkeit als zentrale Zukunftskompetenz – in den Studienbereichen Wirtschaft, Soziales, Gesundheit, Psychologie, Medien oder Technologie. Auch im Masterstudiengang Nachhaltigkeits- & Klimamanagement bewies die FHM ihre Expertise.
Gleichzeitig unterstützt die Fachhochschule des Mittelstands Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, mit Forschung und Qualifizierungsangeboten auf ihrem Weg der nachhaltigen Transformation. Kooperationen mit Unternehmen, Kommunen und internationalen Partnern fördern den Wissenstransfer und tragen dazu bei, nachhaltige Lösungen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.
Die Fachhochschule des Mittelstands beschäftigt sich bereits seit rund 20 Jahren mit nachhaltigkeitsbezogenen Fragestellungen. Allein im Jahr 2025 wurden acht Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug von den Professor*innen und wissenschaftlich Mitarbeitenden umgesetzt. Die Themen reichen von Kreislaufwirtschaft und Green Skills über nachhaltigen Konsum bis hin zur nachhaltigen Transformation kleiner und mittlerer Unternehmen.
Hintergrund: Was bedeuten CSRD, ESRS und VSME?
Die neue EU-Richtlinie CSRD, die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive, soll dafür sorgen, dass Unternehmen künftig deutlich transparenter darüber berichten, wie nachhaltig sie wirtschaften – etwa in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung. Die CSRD ersetzt die bisherige Regelung zur nichtfinanziellen Berichterstattung und erweitert die Berichtspflichten erheblich. Nachhaltigkeitsinformationen sollen dadurch künftig nahezu denselben Stellenwert erhalten wie klassische Finanzkennzahlen. Konkretisiert wird die Richtlinie durch die sogenannten ESRS, die European Sustainability Reporting Standards. Sie legen fest, welche Daten Unternehmen erfassen und veröffentlichen müssen. Für kleine und mittlere Unternehmen wurde zusätzlich der freiwillige VSME-Standard entwickelt – deutlich pragmatischer aufgebaut und speziell auf die Realität mittelständischer Organisationen zugeschnitten.